
Wie bei den anderen Eltern-Kind-Gruppen hat die Gruppenleitung auch bei den Babygruppen die drei Ebenen im Blickfeld:
Dabei sind folgende Ziele speziell für Babygruppen entwickelt worden:
Das vermittelt den Müttern zum einen die Transparenz der pädagogischen Konzeption, und zum anderen ein Verantwortungs-bewusstsein für das Geschehen in der Gruppe und für ihr eigenes Wohlbefinden darin.
Dementsprechend regt die Gruppenleitung an, dass sich die Mütter gegenseitig entlasten, indem sich beispielsweise einige von ihnen Mütter um die Babys kümmern, während sich andere Mütter, zum Beispiel beim Essen und Trinken, Ruhe gönnen.
Die Sinneserfahrungen von verschiedenen Materialien , einfachsten Fingerspielen oder Liedern in der Gruppe schwingen die Babys in ein für sie angenehmes rhythmisches Miteinander ein.
Für uns gilt in dieser Anfangsphase das Motto: „Weniger ist mehr“ und „jedem Kind sein eigenes Entwicklungstempo“.
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Ziele
Die Kindergruppen im Familien-Zentrum Trudering haben das Ziel, Kinder auf den Kindergarten vorzubereiten. Sie sind nicht als Vorwegnahme desselben gedacht. Folgende Detailziele werden insbesondere verfolgt:
- Kinder und Eltern lösen sich von einander
- Kinder erleben einen rhythmischen Tagesablauf
- Kinder bewegen sich selbständig mit Rückhalt einer Erzieherin in einer Gruppe von Gleichaltrigen und erwerben erste Fähigkeiten im Miteinander. Sie lernen z.B. Werte und Normen kennen, sich zu äußern, Konflikte verbal auszutragen, sich abzugrenzen, Kritik entgegen zu nehmen, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu entwickeln, Gefühle zu erleben und auszuleben, sich durchzusetzen, Umweltbewusstsein zu entwickeln u.v.m.
- Ganzheitliche Förderung und Bildungsprozesse werden ermöglicht
Zielgruppe:
Kinder im Alter von 2 bis 3,5 (Eintrittsalter) Jahren; ältere Kinder werden bevorzugt berücksichtigt.
Rahmenbedingungen:
- Anzahl der Kinder: im FZT mind. 15, in Franz-Xaver 12–13 Kinder
- Anzahl der Erzieherinnen: 2
- Gruppendauer: 3 Stunden, in der Eingewöhnungsphase je nach Zusammensetzung der Gruppe nach Ermessen der Erzieherinnen auch kürzer. Bringzeit: 8.30 - 9.00 Uhr
- Abholzeit: 11.15 - 11.30 Uhr, Austausch der Eltern über Gruppenvormittag mit Erzieherinnen während dieser Zeit möglich
- Öffnungs-/Ferienzeiten: Beginn der Gruppe mit Schulbeginn. Im August und zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Zudem haben die Erzieherinnen Anspruch auf 2 Wochen unbezahlten Urlaub zusätzlich im Jahr, der nach eigenem Ermessen genommen wird. Sonstige Ausfallzeiten werden mit Hilfe von jeweils 1 Mutter überbrückt.
- Veranstaltung eines Info-Abends ca. 1 Woche vor Start der Gruppe
Pädagogische Konzeption:
- Gestaltung der Eingewöhnungsphase im September: Aus pädagogischer Sicht wird eine behutsame, individuelle Ablösung von Eltern und Kind befürwortet. Die Eingewöhnungszeit wird flexibel gehandhabt und erfolgt mit pädagogischer Begleitung der Eltern durch die Erzieherinnen. Anfangs werden die Kinder in 2 kleinere Gruppen aufgeteilt. Die Gruppendauer beträgt für die Zeit der Eingewöhnung ca. 1,5 Stunden. Nach spätestens 4 Wochen sollten die Kinder eingewöhnt und alle Kinder die gesamte Gruppenzeit über beisammen sein.
Kinder, die bereits vorher in der Gruppe waren, können von Anfang an während der gesamten Gruppenzeit über bleiben.
- Ein Elternteil muss für den Notfall telefonisch erreichbar sein. Er wird wenn nötig von den Erzieherinnen benachrichtigt.
Tagesrhythmus:
o Begrüßung
o Freispiel
o Kleine Bastelangebote
o Gemeinsames Aufräumen
o Brotzeit
o Bewegungsspiele
o Stuhl-/Sitzkreis mit jahreszeitlichen Themen, Liedern, Bewegungsspielen, Gesprächen, Bilderbüchern etc.
o Verabschiedung
Die einzelnen Elemente sind angepasst an die jeweilige Jahreszeit und unter Beachtung eines für die Kinder sehr wichtigen rhythmischen Tagesablaufs austauschbar.
Im Laufe eines Jahres sprechen wir alle Sinne und folgende Fähigkeiten der Kinder an:
Musisch-kreative Fähigkeiten
Soziale Fähigkeiten
Grob- und feinmotorische Fähigkeiten
Manuelle Fähigkeiten
Kognitive Fähigkeiten
- Spielzeug: Wir legen Wert auf pädagogisch wertvolles Spielzeug und führen die Gruppen möglichst spielzeugreduziert. Bei uns gibt es ein multifunktionales Spielhaus, Klötze, Holz- oder Korbpuppenwagen, Puzzles und Konstruktionsspielzeug aus Holz. In einer Zeit, in der Kinder immer weniger zum eigenen Spiel finden gilt weniger ist mehr!
Die Elternbegleitung in der Ablösephase erfährt besondere Aufmerksamkeit. Es finden mindesten 3 Elternabende im Jahr statt, bei Bedarf auch mehr. Elterngespräche finden beim Abholen, zwischen Tür und Angel, in Einzelgesprächen mit den Erzieherinnen oder auch mit der Sozialpädagogin des Hauses im Rahmen eines Beratungsgesprächs statt.
Bei Krankheit einer Erzieherin springen die Eltern ein: sie haben so die Möglichkeit, das Gruppenleben ihrer Kinder vor Ort mit zu erleben
Die Eltern sind in die jahreszeitlichen Feste mit einbezogen, d.h. sie helfen bei deren Vorbereitung und feiern diese mit den Kindern zusammen. Die Geburtstage der Kinder werden in der Gruppe gefeiert.
Schnupfen und Husten ohne Fieber sind in den Herbst- und Wintermonaten bei Kindern an der Tagesordnung. Sie müssen deswegen nicht zu Hause bleiben. Kinder, die Fieber, Durchfallerkrankungen oder Kinderkrankheiten haben, bitte nicht in die Gruppe bringen! Bei Krankheit beider Erzieherinnen muss die Gruppe ausfallen.
Stand: Juli 2008
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1x pro Woche für 2 Stunden; nach Ermessen der GL auch kürzer, z. B. wenn die Kinder neu in der Gruppe oder müde sind.
8 – 10 Mütter/ Väter mit ihren Kleinkindern im Alter von 1 bis 3 Jahre
Schnupfen und Husten ohne Fieber sind in den Herbst- und Wintermonaten bei Kindern an der Tagesordnung. Sie müssen deswegen nicht zu Hause bleiben. Kinder, die Fieber, Durchfallerkrankungen oder Kinderkrankheiten haben, bitte nicht in die Gruppe bringen!
Regelmäßige Bausteine: Begrüßung, Freispiel, Brotzeit, Bewegungsteil, Abschluss.
Variabel je nach Gruppenleitung und Gruppensituation!
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Vorwort
Der gemeinnützige Träger Miteinander Trudering e.V. arbeitet seit 1978 im Stadtteil
Trudering mit Familien und deren Kindern zwischen 0 und 12 Jahren. Er verfügt über große
Erfahrung in der Arbeit mit Familien. Sein Bekanntheitsgrad und die Anerkennung im
Stadtteil und im Münchener Osten sind groß.
Aufgrund des immer stärker werdenden Bedarfs der Eltern an Kindertagesbetreuung und der
diesbezüglich immer größer werdenden Nachfrage bieten wir den Truderinger Eltern 12
Krippenplätze an.
Der Träger sieht in der Betreibung einer Kinderkrippe eine konsequente Fortsetzung seiner
jahrelangen präventiven Sozialen Arbeit mit Familien.
1. Gesetzliche Grundlagen
Die Arbeit in der Kinderkrippe basiert gesetzlich auf den Paragraphen 22 und 24 KJHG.
Daneben orientieren wir uns an dem Bayerischen Gesetz zur Bildung, Erziehung und
Betreuung von Kindern (BayKiBIG), an dem Bayerischen Bildungsplan (BIP), sowie an den
zugehörigen Ausführungsbestimmungen.
2. Zielgruppe
- Kinder ab der neunten Lebenswoche bis zum Übertritt in den Kindergarten
3. Ziele
- Bildung, Betreuung, Begleitung und Erziehung von Kindern in Tagesbetreuung unter
intensiver Einbeziehung des häuslichen und wohnortnahen Umfeldes
- hohe pädagogische Qualität mit Kinder/Menschen bildenden Angeboten
- Information, Unterstützung und Beratung für Eltern zu allen die Entwicklung und
Erziehung der Kinder betreffenden Fragen
- Förderung des gemeinsamen Lernens und der Weiterentwicklung von Kindern, Eltern
und pädagogischen Fachkräften
- Zusammenarbeit mit allen im Feld Familie regional und überregional arbeitenden
Einrichtungen
4. (Entwicklungs-) Potential für Kinder
- Verbesserung der Bildungschancen und Verringerung von Kinderarmut
- Stärkung der sozialen und kognitiven Kompetenzen, Stärkung der Persönlichkeit des
Kindes
- Verbesserung des physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens
- Frühzeitiges Erkennen von speziellen Bedürfnissen und Einleiten von
unterstützenden Maßnahmen
5. (Entwicklungs-) Potential für Familien
- Verbesserung der Chancen beim Einstieg oder Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit
- Verbesserung der Lebenssituation und des Wohlbefindens von Familien
- Verbesserung der physischen und psychischen Gesundheit
- Weniger Stress
- Verminderung der Isolation und Unterstützung des interkulturellen Dialogs
- Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz und Entwicklung von Vertrauen in die
eigenen Fähigkeiten
- Miteinbezug der Väter in die Erziehungsarbeit
6. Wohnumfeld
Die Krippe befindet sich mitten in einem Wohngebiet in Waldtrudering im
Hause des FamilienZentrum Trudering, der GenerationenTreff. Sie ist
verkehrstechnisch sowohl per Auto, wie per Bus und Bahn in jeweils 4
Gehminuten zu erreichen.
7. Organisation und Rahmenbedingungen
- Altersgemischte Gruppe (für Kinder ab der neunten Lebenswoche bis zum Übertritt in
den Kindergarten)
- Anzahl der Kinder: 12, mit 2 Erzieherinnen und 1 Praktikantin
- Sozialpädagogische Fachberatung: 2 Stunden/Woche
- Zwei große Gruppenräume (55 und 29 qm) mit zielgruppenorientierter Ausstattung
- erweiterte Öffnungszeiten von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr
- Große Freifläche mit diversen Spielgeräten in 5 Minuten Gehentfernung
- enge Anbindung an das Familien-Zentrum mit seinen vielfältigen Angeboten für Eltern
und Kinder
- Leihomaservice im Haus
- Schnuppertage für interessierte Eltern
8. Konzeptionelle Grundlagen des Trägers
Der gemeinnützige Verein Miteinander Trudering arbeitet seit 1978 mit Truderinger Familien.
Seine Einrichtungen stehen allen Menschen offen, unabhängig von Religionszugehörigkeit,
Nationalität, gesundheitlicher Verfassung, Familienstand etc.
Sein Dachverband ist der Paritätische Wohlfahrtsverband. Das FamilienZentrum Trudering,
der GenerationenTreff, ist seit 1997 Vertragspartner der Stadt München und versteht sich als
Anlaufstelle für alle die Familien in Trudering und Umgebung betreffenden Fragen und
Probleme.
Der Träger bietet konkrete Hilfestellungen für Familien, Mütter und Väter – sie können sich
bei ihm Information, Beratung, Unterstützung und Entlastung holen. Der Miteinander
Trudering e.V. arbeitet stets bedarfs- und ressourcenorientiert und geht flexibel auf die
Bedürfnisse der Eltern ein. Partizipation der Eltern ist gewünscht und wird gefördert. Generell
werden die Kompetenzen der Eltern gestärkt, indem die Eltern miteinander in Kontakt
gebracht werden, ihr Austausch untereinander gefördert und ihnen und den Kindern die
Möglichkeit geboten wird, von- und miteinander zu lernen. Dadurch entstehen tragfähige
nachbarschaftliche Netze, die das Leben der Familien im Alltag erleichtern und ihre
Lebensqualität im Stadtteil erhöhen.
Ein besonderer Fokus der Vereinsarbeit ist die Integration von Andersartigkeit, egal ob es
sich um ausländische oder behinderte Familien mit ihren Kindern handelt.
Der Verein arbeitet vorwiegend mit Fachpersonal (Erzieherinnen, Pädagoginnen, Diplom-
Sozialpädagoginnen und Therapeutinnen verschiedener Fachrichtungen) und ergänzt damit
die gegenseitige Unterstützung der Eltern untereinander. Er fördert Initiative und
Eigenverantwortung beim Einzelnen, sowie die Entstehung von (Selbsthilfe-) Initiativen bei
Gruppen und bürgerschaftliches Engagement.
9. Pädagogik
9.1. Ziele
· Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist es, eine Atmosphäre der Geborgenheit und
Wertschätzung zu schaffen, in der Kinder ein Gefühl von Sicherheit und damit Vertrauen
in die Welt entwickeln können. Das Kind mit seiner Individualität und Identität ist
Mittelpunkt unserer Arbeit. Die Erzieherinnen sind für die Kinder Entwicklungsbegleiter,
Vertrauensperson und Vorbild.
· Die Persönlichkeitsbildung der Kinder wird dadurch gefördert, dass sie sich
bedingungslos angenommen fühlen – jedes Kind erlebt sich als einmalig und
unverwechselbar. Die Kinder entwickeln so Vertrauen in ihre Fähigkeiten, zu sich selbst
und zu ihrer Umwelt. Bei Festen und Feiern wird das Gemeinschafts- und
Zugehörigkeitsgefühl zusätzlich gestärkt.
· Die soziale Kompetenz der Kinder wird gefördert, damit jedes unabhängig von seiner
Begabung und seiner Herkunft seinen Platz in der Gemeinschaft findet und verlässliche
Beziehungen eingehen kann. Im Zusammensein mit anderen Kindern und Erwachsenen
wird gelernt, sich sowohl für eigene Interessen einzusetzen als auch andere
Vorstellungen, Meinungen und Werte zu akzeptieren.
· Die Selbständigkeit des Kindes wird gefördert, indem wir es in seinem natürlichen Drang
zur Selbsttätigkeit und altersgemäßen Verantwortung unterstützen. Durch eigenständiges
Handeln entwickeln die Kinder Selbstvertrauen. Ein wachsender Freiraum ermöglicht es
den Kindern, selbst tätig zu werden und Eigeninitiative zu entwickeln.
· Im Bereich der kognitiven Bildung und Erziehung unterstützen wir die Kinder ihrer
jeweiligen Entwicklung gemäss im Aufbau logischen Denkens und Handelns. Im
Vordergrund steht hier die Entwicklung von Freude am Lernen. Die Kinder verhalten sich
von Natur aus neugierig und ihrer Umwelt gegenüber interessiert. Dieses Verhalten wird
von uns bestärkt, so dass die Kinder ihre Umwelt in zunehmenden Maße verstehen und
sich in ihr orientieren lernen. Dazu erhalten sie vielfältige Möglichkeiten zum
Ausprobieren, Experimentieren, Fehler-machen-dürfen und somit zum Sammeln von
eigenen Erfahrungen. Die Kinder bestimmen die Inhalte mit, sind Forscher und Erfinder.
Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Konzentration, Aufmerksamkeit und Ausdauer sind dabei
wichtige Voraussetzungen. Für die Umsetzung alles Erlernten ist eine gute motorische
und sprachliche Entwicklung notwendig. Hierfür werden Anreize durch Bewegen, Hören,
Sehen und „Begreifen“ gegeben. Durch die Gestaltung des Tagesablaufs, vielfältige
Spielsituationen, Bewegungs- und Lernangebote findet das Kind neue ganzheitliche
Lerninhalte und Erlerntes festigt sich.
9.2. Aufnahme / Eingewöhnung von Kindern
Durch eine schrittweise und behutsame Eingewöhnung lassen wir den Eltern und jedem Kind
die Zeit, die sie brauchen, um sich mit den vielfältigen neuen Eindrücken aktiv auseinander
zu setzen und Gefühle von Schmerz und Trauer bei der Trennung zu bewältigen. In dieser
Zeit des behutsamen Sich-Von-Einander-Lösens findet eine intensive Begleitung der Eltern
und Kinder durch das pädagogische Fachpersonal statt. Eingewöhnungsgestaltung heißt für
uns: die Übergangs- und Trennungssituation grundsätzlich als positive Lernmöglichkeit für
alle Beteiligten begreifen und gestalten.
9.3. Bring- und Abholzeiten
Die Krippe ist zwischen 7.30 Uhr und 16.30 Uhr geöffnet. Die Kernzeit bewegt sich zwischen
9.00 und 14.00 Uhr.
9.4. Tagesablauf
Ein fester Rahmen, Kontinuität und Regelmäßigkeit vermittelt den Kindern Sicherheit und
Halt. Nur ein Kind, welches sich wohl und sicher fühlt, kann neue Impulse der Umwelt
wahrnehmen, darauf reagieren und lernen. Es weiß, was es erwartet und kann sich somit
orientieren.
Ein gut strukturierter Tagesablauf, feste Essens- und Schlafenszeiten, ein sinnvoller Wechsel
von Aktivität und Ruhe, Anspannung und Entspannung helfen dem Kind, seinen Rhythmus
zu finden und sich zu strukturieren. Insbesondere kleine Kinder benötigen diesen Rahmen,
um mit neuen Situationen und Erfahrungen adäquat umgehen zu können.
Typische Merkmale der kindlichen Entwicklungsphasen wie der natürlich hohe
Bewegungsdrang und die besonders emotionale Ansprechbarkeit des Kindes müssen bei
der Gestaltung des Tagesablaufes beachtet werden. Wichtig dabei scheint uns auch der
Aufenthalt im Freien und die Bewegung an frischer Luft.
9.4.1. Freispielzeit
Das freie Spiel setzt schöpferische Kräfte der Kinder frei und nimmt in der pädagogischen
Arbeit einen hohen Stellenwert ein:
- Kinder entscheiden frei über Spielpartner, Spielmaterial und Raum
- Kinder lernen früh Eigenverantwortung („Mit wem spiele ich heute wo?“)
- Freundschaften unter Kindern bilden sich
Die Lernsituation ist im Freispiel besonders groß, weil es an den individuellen Bedürfnissen
ansetzt, eigene Erfahrungen, eigenes Ausprobieren und assoziatives Denken zulässt.
9.4.2. Mahlzeiten
Die Mahlzeiten bieten den Kindern in einer ruhigen Atmosphäre die Möglichkeit zur
Kommunikation und die Gelegenheit, eigene Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen
Speisen zu machen und eine ästhetische Esskultur zu pflegen.
Jederzeit ihren Durst zu löschen, gehört zu den selbstverständlichen Rechten der Kinder,
(sie werden zu regelmäßigem Trinken angehalten) und dazu entsprechend ihrem Appetit zu
essen. In diesem Zusammenhang wird auf ein appetitlich zubereitetes und nahrhaftes Essen
geachtet. Die Mahlzeiten werden von einem Cateringservice angeliefert und in einer
Teeküche aufbereitet. Es wird darauf geachtet, dass der Frischkostanteil relativ hoch ist und
nicht nur sog. „Lutschnahrung“ angeboten wird, damit die Kinder „Biss“ entwickeln können.
Auf Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten wird individuell Rücksicht genommen.
Es werden drei Mahlzeiten angeboten (Frühstück, Mittagessen, Brotzeit ).
9.4.3. Rückzugsmöglichkeiten
Wir bieten den Kindern Rückzugsmöglichkeiten, wie z.B. eine Kuschelecke und eine
geschützte, von Anderen nicht einsehbare Zone an, so dass Kinder, die sich von den
vielfältigen Gruppenangeboten zurückziehen wollen nach individuellem Bedürfnis zur Ruhe
kommen können.9.4.4. Schlafen, Ruhe und Entspannung
Auch während des gesamten Tagesablaufes steht ein abgetrennter Schlafbereich als
Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung.
Die Gestaltung der Ruhephase orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und
Wünschen der Kinder und Eltern. In der Regel gehen alle Kinder nach dem Mittagessen
schlafen.
9.5. Angebote und Projekte
Angebote zur Entwicklungsförderung setzen immer an den Stärken, Interessen und
Bedürfnissen des Kindes an. Neben der offenen Arbeit sind vielfältige gezielte Angebote für
die Kinder ein wichtiger Stützpfeiler unserer Arbeit.
Dazu gehören:
- Ausflüge, Feste und Feiern, Exkursionen im Einklang mit den Jahreszeiten und der
Pflege von Traditionen
- thematische pädagogische Angebote und Projekte
9.6. Bildung und Lernen
Das Kind entwickelt sich aufgrund seiner aktiven Auseinandersetzung mit sich selbst und
seiner Umwelt. Kinder haben ein Recht auf Gegenwart. Um Kinder in ihrer Entwicklung zu
fördern, Entwicklungsanreize zu schaffen sehen wir jede Entwicklungsphase als besonders
wertvoll an.
In den ersten drei Lebensjahren lernen Kinder so schnell, so intensiv und so umfassend wie
nie wieder in ihrem Leben. Dieses Lernen ist dabei meist spielerisch und beiläufig. Aufgabe
der Pädagoginnen ist es, für die Kinder Erfahrungsräume vorzubereiten, den Kindern
Lernformen zu ermöglichen, welche die Eigenaktivität und das Selbstvertrauen stärken.
Durch die Auswahl geeigneter Materialien, Zeitstrukturen und Interaktionsbeziehungen
erhalten die Kinder die Möglichkeiten, selbst gestalterisch aktiv zu sein und die eigene
Kreativität und Phantasie zu entdecken und weiterzuentwickeln. Materialien, die das Produkt
nicht vorweg nehmen, sind deshalb von enormer Bedeutung, wie z.B. Sand, Wasser,
unterschiedliche Farben, elastische Knetmaterialien aber auch Gegenstände, mit denen
Geräusche erzeugt werden können, wie Musikinstrumente.
In folgenden Bereichen erhalten besonders Krippenkinder wichtige Erfahrungs- und
Lernangebote:
- den eigenen Körper entdecken
- den Lebensalltag der Erwachsenen durchschauen
- Lösungen für vorgefundene Probleme finden und Zusammenhänge begreifen
- Wahrnehmen und Lernen mit allen Sinnen
Die pädagogische Arbeit setzt stets an den Stärken und Kompetenzen des Kindes an. Die
Kinder erfahren eine ganzheitliche Förderung ihrer Gesamtpersönlichkeit im Rahmen der
Angebote. Sie haben die Möglichkeit, sich zu einer eigenverantwortlichen und
gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu entwickeln. Neben dem Erwerb von
Basiskompetenzen, wie Lern- und sozialer Kompetenz, werden die Kinder in ihren
kognitiven, emotionalen und physischen Kompetenzen durch spielerisches Lernen gefördert.
Folgende Erziehungs- und Bildungsbereiche erhalten gerade im Hinblick auf die
Vorbereitung auf Kindergarten und Schule einen besonderen Stellenwert in der
pädagogischen Arbeit:
- Sprachliche Bildung und Förderung
- Vermittlung elementarer mathematischer Fähigkeiten
- Musikalische Bildung und Erziehung
- Bewegungserziehung und – förderung
Für eine erfolgreiche pädagogische Arbeit ist die ressourcenorientierte Beobachtung, deren
Dokumentation und die Einschätzung des kindlichen Bildungs- und Lernprozesses, sowie die
daraus hervorgehende Planung weiterer bildungs- und entwicklungsförderlicher Maßnahmen
von großer Bedeutung.
9.8. Kleinkindpflege
In einer regelmäßigen, einfühlsamen Pflege sehen wir ein weiteres wichtiges Element bei der
Entwicklung von sicheren und respektvollen Beziehungen zwischen Erwachsenen und
Kindern. Daher werden die Pflegeaktivitäten so geplant und ausgeführt, dass sie die
Entwicklung der Kinder unterstützen.
Das Wickeln wird vom Erwachsenen und vom Kind als angenehm empfunden. Bei täglichen
Pflegeaktivitäten wird es sich seiner selbst bewusst und nimmt eine intensive Beziehung mit
dem pflegenden Erwachsenen auf.
Eine andere Gelegenheit die Beziehung zur Erzieherin zu intensivieren, besteht bei den
Mahlzeiten und beim Füttern der Kleinkinder. Verläuft die Mahlzeit angenehm und geht der
Kontakt über bloßes gefüttert werden hinaus, so fühlt sich das Kind angenommen und
sicher.
10. Gesundheitsförderung
Mit Gesundheit ist nicht nur die physische, sondern auch die geistige und seelische
Gesundheit des Menschen gemeint. D.h., ein Kind ist nur dann gesund, wenn es in jeder
Hinsicht als gesund bezeichnet werden kann. Bereiche der Gesundheitsförderung innerhalb
der Krippe sind z.B. Ernährung, Bewegung, Bekleidung, Hygiene und Pflege. In unserer
Pädagogik werden diese Bereiche als wichtige Schwerpunkte der Förderung betrachtet.
Dabei wird auch der Bezug zur Förderung von Ich-, Sozial- und Sachkompetenz beachtet.
11. Partnerschaftliche Zusammenarbeiten mit den Eltern
Der zum Teil bereits bestehende Kontakt der Eltern zum FZT, entstanden z.B. durch den
Besuch von Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskursen, machen die Krippe sehr
attraktiv. Er führt zu einem intensiven Informations- und Meinungsaustausch, zu einer
stärkeren Einbindung der Familien in die Einrichtung und damit einer längeren und
intensiveren Begleitung der Eltern.
Auf der Grundlage partnerschaftlicher Zusammenarbeit entsteht eine stabile Vertrauensbasis
zwischen Eltern und pädagogischem Personal. Diese Vertrauensbasis ermöglicht, dass
familiäre Probleme und Erziehungsfragen gemeinsam beleuchtet und bearbeitet werden
können. Während der Bring- und Abholzeit werden täglich sogenannte zwischen-Tür-und-
Angel-Gespräche zu aktuellen Ereignissen und momentanen Befindlichkeiten der Kinder
geführt. Zudem finden im Rahmen eines regelmäßigen Austauschs zwischen Pädagoginnen
und Eltern vereinbarte Gespräche über die Entwicklung des Kindes statt. Dadurch verlieren
Elterngespräche den Charakter von Problem- und Krisengesprächen. Hier können auch
familiäre Schwierigkeiten angesprochen werden. An dieser Stelle bietet sich eine enge
Kooperation sowohl mit dem FZT, als auch mit anderen im Feld Familie arbeitenden
Einrichtungen, wie ASD, Erziehungsberatungsstellen, HPTs etc. an. Die lange Erfahrung und
die bestehenden Kooperationen des Familien-Zentrums sind hierbei sicherlich ein großer
Vorteil, weil Know-How und Kontakte nicht erst erworben und aufgebaut werden müssen,
sondern bereits bestehen.
Die Eltern sind willkommen: es besteht die Möglichkeit der Hospitation. Bei Ausflügen und
bei der Gestaltung von jahreszeitlichen Festen werden die Eltern mit einbezogen. Die Eltern
werden über Informationstafeln und Elternpost informiert. Es finden regelmäßige
Elternabende statt. Ein Elternbeirat kann bei Bedarf gegründet werden.
12. Die Erzieherinnen und das Team
Die Erzieherinnen spiegeln in ihrer Tätigkeit unseren hohen Anspruch an ihre Qualifikation:
· Sie legen besonderen Wert auf die genaue Beobachtung der Kinder in ihrem jeweiligen
Entwicklungsstand und auf die Wahrnehmung der Beziehungen der Kinder
untereinander.
· Sie begleiten und fördern langfristig die Sozial- und Lernprozesse zwischen den
altersgemischten Kindern und erarbeiten, welche Aktivitäten für Kinder der
unterschiedlichen Altersgruppen gut geeignet sind.
· Sie bieten spezifische Hilfen für neuhinzukommende Kinder an und regen die Mithilfe und
Mitverantwortlichkeit der Kinder an.
· Die Erzieherinnen dokumentieren ihre gezielten Beobachtungen über die einzelnen
Kinder und besprechen ihre Wahrnehmungen im Team und mit den Eltern.
· Kenntnisse und Handlungskompetenz in entwicklungspsycholgischen Fragestellungen
gehören ebenfalls zu den Schlüsselqualifikationen unseres pädagogischen
Fachpersonals.
Im weiteren zeigt und erhält sich die Qualität unserer Fachkräfte durch folgendes:
¨ Die Erzieherinnen sind oder werden geschult in intensiver Elternarbeit. Sie können
hierbei auch von der jahrelangen Erfahrung des Trägers in der Arbeit mit Eltern
profitieren.
¨ Die Erzieherinnen arbeiten im Team: es sind jeweils 2 pädagogische Fachkräfte plus 1
Praktikantin beschäftigt . Es werden wöchentlich kürzere Besprechungen und 2 mal
monatlich eine zweistündige Teambesprechung im Anschluss an die Öffnungszeit
abgehalten.
¨ Sie kooperieren darüber hinaus eng mit dem Träger und dem Familien-Zentrum und
holen sich dort auch gegebenenfalls Unterstützung.
¨ Die Erzieherinnen erhalten wöchentlich 2 Stunden pädagogische Fachberatung, nutzen
Supervisionsangebote und bilden sich regelmäßig fort.
13. Die Rolle der Leiterin
Die Krippenleitung achtet auf die Umsetzung der konzeptionellen Vorgaben. Sie wird hierbei
unterstützt durch die Fachberatung und die Geschäftsführung des FZT e.V. Anfallende
Verwaltungsarbeiten werden über eine Verwaltungskraft des FZT abgewickelt. Somit bleibt
der Leitung mehr Zeit für ihre pädagogischen Aufgaben.
14. Qualitätsmanagement
Die Qualität unserer Einrichtung wird jährlich durch noch festzulegende Qualitätssicherungsmaßnahmen
überprüft. U.a. ist an eine 1-2 mal jährlich stattfindende Elternbefragung
gedacht.
15. Weiterentwicklung der Konzeption
Das vorliegende Konzept wird an der täglich stattfindenden Arbeit geprüft, sinnvoll ergänzt
und realitätsbezogen verändert. Bei diesem Prozess sind die Mitarbeiterinnen
einzubeziehen, damit alle am Prozess Beteiligten die Inhalte der verschieden en Ebenen
(Altersmischung, Elternarbeit, Leitung etc.) des Konzepts verinnerlichen und damit arbeiten
wollen und können. Insofern handelt es sich bei dem vorliegende Konzept nicht um ein
fertiges Modell, sondern um ein Papier, das im Alltag erprobt, gegebenenfalls korrigiert und
stetig weiterentwickelt wird.
18. Das Zusammenwirken von Krippe und FZT
Beide Einrichtungen arbeiten räumlich und inhaltlich eng zusammen. Insbesondere durch die
Aufgabenteilung auf der Verwaltungsebene ergeben sich günstige Synergie-Effekte Beide
Einrichtungen werden von der Geschäftsführerin des Trägers geleitet.
Durch das Zusammenwirken beider Einrichtungen lassen sich inhaltlich, organisatorisch und
wirtschaftlich folgende Aktivitäten besonders günstig und sinnvoll anbieten:
- Zusätzliche offene und feste Angebote der Begegnung für Eltern und Kinder
- Familien werden aktiv eingeladen zu kommen und zu schnuppern
- Beratungsangebote für Familien (Erziehungs-, Beziehungsberatung, Elternschule)
- Vernetztes Arbeiten mit therapeutischen Einrichtungen
- Familienbildungsangebote, wie z.B. Geburtsvorbereitung, pädagogische Vorträge,
Angebote zur gesundheitlichen Aufklärung, Kurse für Eltern und Kinder u.ä. im
gleichen Haus
- Leihomaservice, d.h. Babysittervermittlung im Haus
- Raum für Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement
19. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Der Träger arbeitet seit 28 Jahren mit anderen Einrichtungen in und außerhalb des Stadtteils
Trudering zusammen. Eine besonders enge Arbeitsverbindung pflegt er zu der HPT des
Christophorus-Schulvereins und dem Waldkindergarten Trudering. Diese Zusammenarbeit
betrifft sowohl die gemeinsame Festgestaltung, konzertierte Angebote und gegenseitige
Unterstützung im Einzelfall, als auch Absprachen bestimmte Familien betreffend.
Darüber hinaus arbeiten wir eng mit der für den Stadtteil zuständigen Familieberatungsstelle,
den Pfarreien und allen sonstigen im Feld Familie tätigen Einrichtungen zusammen. Durch
unsere integrative Arbeit kennen uns innerhalb der Stadt München auch viele Einrichtungen,
die im heilpädagogischen Bereich tätig sind. Auch zu Kliniken haben wir Kontakt. Wir
beteiligen uns seit Jahren aktiv und führend an REGSAM und haben einen engen Kontakt zu
allen im Stadtteil tätigen politischen Mandatsträgern, zu unserem Dachverband und zu
unserem Vertragspartner, der Stadt München.
Juli 2009
gez. Martina Hansel-Wolfshörndl